Gerede über Thielemann...
(Zitat aus einem Artikel bei Der Spiegel online)

"Thielemann weiß, dass sein Image im internationalen Musikbetrieb immer noch Schrammen hat und hässliche Flecken. Schon vor Jahren, als sich sein Aufschwung unter die dirigierenden VIPs gerade anbahnte, hatte er die Berliner "Schnauze voll" von "Unterstellungen und Verdächtigungen" böswilliger Neider, die ihm Schädliches anhängten und Schändliches nachsagten. Etwa, dass er bei einem Silvesterkonzert in Nürnberg am liebsten auch den "Badenweiler", Hitlers (verpönten) Parademarsch, aufgespielt hätte, dass er 1992 während einer Plattenproduktion bei laufendem Tonband allerlei nationalistisches Gewölle von sich gegeben haben soll (wofür sich später kein O-Ton-Beweis erbringen ließ) oder dass er bei einer Probe vor zwei Jahren in Berlin öffentlich gegen die "Juderei" im hauptstädtischen Musikleben gepoltert haben soll (was auch nach einem Prozess nicht restlos geklärt werden konnte). Von all dieser "übelsten Nachrede" sei irgendwas hängen geblieben, stellte Thielemann fest, und das sei "Scheiße". Er könne seine "Herkunft nicht verleugnen" und wolle für seine Gesinnung nicht an den Pranger. "Ein deutscher Dirigent" dürfe man "ja wohl noch sein", und das bedeute eben "mehr als nur Berlin als Geburtsort im Reisepass": "In diesem Land bin ich aufgewachsen, ich atme und arbeite in dieser Tradition", "det jilt". Stimmt. Aber es stimmt auch, dass ein Dirigent wohl doch verdächtig deutschelt, wenn er sich am liebsten im hochromantischen Gedünst von Richard Wagner und Richard Strauss austobt, das Schaffen des Nazi-Sympathisanten Hans Pfitzner hochhält und sich voll Inbrunst für so schrullige Oldies wie das "Hexenlied" des reaktionären Epigonen Max von Schillings stark macht. "Ich bediene die deutsche Schublade besonders schön", gestand Thielemann."

 
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